Atemzug Blog

27.04.2017

 veröffentlichter Gastbeitrag im Versicherungsbote: 

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XING und LinkedIn sind die bekanntesten Business-Netzwerke im deutschsprachigen Raum. Doch welcher ist für Versicherungsvermittler besser geeignet?

Der vertriebliche Erfolg in der Versicherungsbranche von Vertriebspartnern oder Maklern hängt sehr stark vom eigenen Fachwissen und dem Vertrauen potentieller Kunden in die eigene Person ab. Führende Versicherungsexperten glänzen mit ihren Kenntnissen und sorgen für einen umfangreichen Kundenstamm, der sich umfassend abgesichert fühlt. Die regionale Sichtbarkeit im Internet ist jedoch begrenzt und die Reichweite eigener Inhalte sehr gering.

Sechs von zehn Kunden informieren sich im Internet

Unumgänglich ist deswegen die eigene professionelle Darstellung im Internet. Stößt ein potentieller Kunde bei seiner Online-Recherche auf Sie oder Ihre Agentur? Findet er ansprechende Treffer bei der Google-Suche, die ihn motivieren auf Sie zuzugehen? Woher weiß er, dass Sie regional als Versicherungsexperte geschätzt werden? Laut der GfK-Studie „Customer Journey Insurance 2016“, die im Auftrag von Google und Zurich Versicherung durchgeführt wurde, informieren sich sechs von zehn Versicherungskunden zuerst online, bevor sie dann offline den Vertrag bei einem Makler oder Vertriebspartner unterzeichnen. Eine zeitgerechte Selbstdarstellung im Internet ist also essentiell, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Immer mehr Menschen in Deutschland bewegen sich zunehmend in sozialen Netzwerken und auf Business-Plattformen. Hier lesen sie Nachrichten, kommentieren Inhalte, vernetzten sich, bekommen Empfehlungen und entwickeln eine Meinung zu Personen und Produkten. Während soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram oder Twitter von vielen Nutzern vor allem privat eingesetzt werden, gibt es eine Vielzahl an Business-Netzwerken, die speziell auf die geschäftliche Ebene ausgelegt sind. Die zwei populärsten unter ihnen sind XING und LinkedIn. Während XING aktuell zwölf Millionen Mitglieder in der D-A-CH-Region hat, davon über zehn Millionen aus Deutschland, nutzen LinkedIn über neun Millionen Menschen im deutschsprachigen Raum, darunter über sechs Millionen deutsche Mitglieder.

Auf diesen Plattformen können Sie Geschäftskontakte knüpfen, Geschäftsbeziehungen pflegen und Ihr Netzwerk auf- und ausbauen. Außerdem geht es darum sich mit anderen Nutzern auszutauschen und Informationen zu teilen. Gerade im Versicherungsumfeld wird die Vermarktung und die Verknüpfung in Business-Netzwerken immer wichtiger. Nun stellt sich die Frage, welches der beiden Netzwerke besser für Sie – als Vertriebspartner oder Makler – geeignet ist. Der folgende Vergleich soll Aufschluss darüber geben.

LinkedIn

Während XING fast ausschließlich im deutschsprachigen Raum genutzt wird, ist LinkedIn mit insgesamt fast 450 Millionen Nutzern, davon neun Millionen aus der D-A-CH Region, ein internationales Netzwerk. Bei LinkedIn ist es möglich, neben dem eigenen Profil eine Unternehmensseite zu erstellen. Im Profil sind Informationen zum beruflichen Werdegang, Ausbildung, Kenntnissen, Interessen, Auszeichnungen und Qualifikationen für Profilbesucher sichtbar. Außerdem ist es möglich, dass angegebene Kenntnisse und Erfahrungen von anderen LinkedIn-Nutzern bestätigt werden. Zusätzlich können aber auch Fokusseiten erstellt werden, zum Beispiel für Kampagnen und Produkte. Außerdem ist es möglich Gruppen aus verschiedensten Bereichen und Tätigkeitsfeldern beizutreten, um sich mit den Mitgliedern auszutauschen. Bei der kostenlosen Mitgliedschaft ist es allerdings nicht möglich Nicht-Mitglieder anzuschreiben.

Nach der Anmeldung auf der Plattform kann man im Feld „Teilen Sie einen Link, ein Foto oder ein Update“ einen Beitrag mit höchstens 1.300 Zeichen veröffentlichen. Es ist möglich Text, Link oder Bild zu teilen. Des Weiteren können andere Nutzer mit „@“ markiert oder Hashtags verwendet werden. Sollte Ihr LinkedIn-Profil mit Ihrem Twitter-Account verknüpft sein, können Sie Ihre Beiträge gleichzeitig auf beiden Plattformen veröffentlichen.

Die Funktion „Artikel schreiben“ ist für umfassende eigene Beiträge gedacht, die Ihre Fachkenntnisse reflektieren, Trends der Branche beschreiben oder bestimmte Ereignisse widerspiegeln. LinkedIn bietet fünf kostenpflichtige Profile an. Das Essentials Profil kostet monatlich 7,56 Euro, das Career Profil liegt bei 26,17 Euro im Monat, für Business zahlt man 41,64 Euro pro Monat, das Sales Profil kostet 57,11 Euro und das Hiring Profil liegt bei 89,19 Euro. Hier bietet die erweiterte Mitgliedschaft die Möglichkeit Nicht-Kontakte anzuschreiben. Außerdem bieten die entsprechenden Profile Lösungen für die Personalbeschaffung, das Marketing und den Vertrieb.

XING

XING wird hauptsächlich von Nutzern aus dem deutschsprachigen Raum genutzt und nimmt somit eine wichtige Rolle für die Kommunikation von Unternehmen und Experten aus der D-A-CH Region ein.

Das Profil beinhaltet Daten zu Kontaktmöglichkeiten, Fähigkeiten, Berufserfahrungen, Ausbildungen, Qualifikationen, Auszeichnungen, Sprachen sowie Interessen des Profilinhabers. Zusätzlich bietet XING auch die Möglichkeit eine Unternehmensseite anzulegen. Die kostenlose Basis-Mitgliedschaft stellt die Grundfunktionen von XING zur Verfügung. Diese beinhalten die Erstellung eines Profils, einladen und verwalten von Kontakten und das Organisieren persönlicher Events. Direkte Nachrichten können Sie nur an Kontakte Ihres Netzwerkes schreiben. Nachrichten an Nicht-Kontakte können erst in der Premium-Mitgliedschaft erstellt werden.

Inhalte werden über das Feld „Neuen Beitrag erstellen“ veröffentlicht. Es ist möglich einen Text von bis zu 420 Zeichen zu erstellen und einen Link einzufügen. Bei Bedarf kann man den eigenen Twitter-Account mit XING verknüpfen, um einen Beitrag dann gleichzeitig auf beiden Plattformen zu veröffentlichen.

Die Vielfalt der Gruppen auf XING ist riesig. Von Fach- und regionalen Gruppen über Interessensvereinigungen bis zu Branchen bezogenen Gruppen sind verschiedenste Communities vertreten. Bei allen Gruppen muss eine Beitrittsanfrage gestellt werden, die der Gruppenadministrator beantwortet. Zu beachten sind die jeweiligen Kommunikationsregeln, die Themen sowie Ansprache der Gruppenmitglieder festlegen.

Des Weiteren ist es möglich in den Einstellungen des eigenen Profils unter „Portfolio“ eine anschauliche Übersicht der eigenen Kenntnisse darzustellen. Hier werden in Kachelform Bilder, Texte, Videos oder PDFs hinterlegt, um dem Profilbesucher einen bestmöglichen ersten Eindruck zu verschaffen. Damit das Portfolio die erste Seite ist, die Profilbesucher sehen, muss eine Hintergrundeinstellung vorgenommen werden. Bei „Privatsphäre“ wählen Sie dazu unter dem Punkt „Bereich, der als erstes für Profilbesucher angezeigt wird:“ Portfolio aus. Alternativ zur Basis-Mitgliedschaft gibt es eine kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft. Eine dreimonatige Premium-Mitgliedschaft kostet 9,95 Euro pro Monat, die zwölfmonatige Mitgliedschaft kostet monatlich 7,95 Euro. Die Premium-Mitgliedschaft ermöglicht es gezielt Kontakte zu suchen, Profile aufzurufen und Nachrichten an Nicht-Kontakte zu schicken (Diese sind auf 20 Nachrichten pro Monat gedeckelt.). Durch die Profilanalyse kann nachverfolgt werden, wie häufig und von wem das eigene Profil aufgerufen wurde. Außerdem zeigt die Auswertung, wie gut das Profil ankommt und an welchen Stellen es noch optimiert werden kann, um die Besucherzahlen zu verbessern.

Fazit

LinkedIn ist vor allem das führende Netzwerk für international orientierte Unternehmen mit Fokus auf Fach- und Führungskräfte und international agierende Experten. Die Plattform erfreut sich jedoch stetig ansteigender Nutzerzahlen in der D-A-CH Region. Die Möglichkeiten Beiträge zu veröffentlichen sind mit Text, Link, Bild und eigenen Artikeln breit gefächert. Preislich bietet die kostenlose Mitgliedschaft eine gute Basis mit umfassenden Funktionen. Die günstigste kostenpflichtige Mitgliedschaft ist mit 26,17 Euro pro Monat allerdings vergleichbar teuer. Zum Austausch mit Experten, Fach- und Führungskräften ist LinkedIn für deutschsprachige Nutzer bestens geeignet. Aus Sicht von Vertriebspartnern und Maklern, die sich regional positionieren möchten um nachhaltigen vertrieblichen Erfolg zu generieren, ist dieses Netzwerk zum jetzigen Zeitpunkt nicht unbedingt empfehlenswert.

XING ist nach wie vor das führende Business Netzwerk im deutschsprachigen Raum. Beiträge bestehen aus Text und Link. Die kostenlose Basis-Mitgliedschaft bietet nur einen sehr geringen Funktionsumfang, der ein kostenpflichtiges Upgrade notwendig macht, welches mit einem Preis von 7,95 Euro pro Monat bei einer zwölfmonatigen Mitgliedschaft aber erschwinglich ist. Diese Plattform ist für Vertriebspartner und Makler im deutschsprachigen Raum bestens geeignet, um sich als Experte zu positionieren. Regelmäßige Beiträge, die qualitative Quellen beinhalten und die Zielgruppe ansprechen, sorgen für eine gute Reichweite und Aufmerksamkeit bei potentiellen Kunden. Die authentische Selbstdarstellung steigert die Glaubwürdigkeit in Ihre Dienstleistung und schafft außerdem Vertrauen. Das XING-Profil stellt die Expertenkenntnisse bestmöglich dar und erhöht die Sichtbarkeit innerhalb der Suchmaschine Google.

Die folgenden zehn Tipps für das erfolgreiche Netzwerken auf XING helfen Ihnen sich nachhaltig als Experte zu positionieren:

1. Definieren Sie eine Zielgruppe sowie Ziele der Nutzung des Business Netzwerkes.
2. Benutzen Sie als Profilbild ein professionelles Business Portraitbild und kein veraltetes Passfoto.
3. Hinterlegen Sie alle wichtigen Details zu Ihrer Person und Ihrem Berufsleben in Ihrem Profil.
4. Erstellen Sie ein Portfolio, das Ihre wichtigsten Kenntnisse übersichtlich veranschaulicht.
5. Verlinken Sie Ihr Profil in Ihrer E-Mail-Signatur und auf Ihrer Homepage.
6. Veröffentlichen Sie regelmäßig Beiträge mit Mehrwert für die Leser.
7. Preisen Sie sich nicht als Experte der Versicherungsbranche an, sondern lassen Sie Ihr Profil und Ihre Inhalte für sich sprechen.
8. Senden Sie keine unpersönlichen Kontaktanfragen, sondern gehen Sie individuell auf die Person ein.
9. Treten Sie regionalen und fachlichen Gruppen zum Austausch bei.
10. Veröffentlichen Sie keine rein werblichen Beiträge oder Kommentare in denen Sie direkt ein Produkt bewerben.
Viel Erfolg beim Netzwerken.